Ein Stiller Denkraum
Derselbe Regen - Was Leid ist
Derselbe Regen - Was Leid ist
PROJEKT COSMOS
9/3/202610 min lesen


Was Leid ist
Ein Auszug aus : Vom Atem vom Tod und Vom Lebendigen
Bevor ich weitergehe, ein paar Sätze zur Klärung, weil das Wort Leid in unserer Sprache mehrere Bewegungen aufnimmt, die nicht dasselbe sind. Leid ist nicht Schmerz. Schmerz ist die Reaktion eines Körpers auf eine Verletzung. Er ist akut, lokal, im Prinzip behandelbar. Wer sich an einem Hammer den Daumen quetscht, hat Schmerz. Aber der Mensch, der seinen Daumen quetscht, leidet nicht, er flucht und legt eine Salbe auf.
Leid beginnt, wo der Schmerz aufhört, ein Augenblick zu sein. Leid ist die Reaktion eines bewussten Wesens auf seine Lage. Es trägt Vergangenheit mit sich; es projiziert Zukunft. Wer leidet, leidet nicht nur am Augenblick, er leidet daran, dass dieser Augenblick mit anderen Augenblicken verbunden ist, die er nicht ändern kann, und dass er in Augenblicke führt, die er fürchtet. Schmerz ist eine Information des Nervensystems. Leid ist eine Erzählung.
Daraus folgt, dass Leid spezifisch menschlich ist, oder spezifisch das Anliegen eines bewussten Wesens, das sich selbst hat. Tiere können Schmerz haben; ob sie leiden, ob sie also eine Erzählung über ihre Lage entwickeln, die ihren Schmerz in eine Geschichte einbettet, ist eine offene Frage, die ich hier nicht entscheiden kann. Sicher ist, dass die Form von Leid, die dieses Buch zu denken versucht, eine ist, die Sprache braucht, wenigstens innere Sprache, das stille Gespräch, das ein Mensch mit sich über seine Lage führt.
Diese Definition öffnet eine kleine Tür, die wichtig ist. Wenn Leid eine Erzählung ist, dann ist es nicht nur Schicksal — es hat einen Anteil, den der Leidende selbst trägt. Nicht weil er an seinem Leid schuld wäre. Sondern weil die Form, in der er sein Leid erzählt, mitbestimmt, wie es sich ausbreitet. Das ist nicht moralisch gemeint, sondern eine Beobachtung, die ans Sein selbst rührt: dieselbe äußere Lage wirkt in zwei Menschen verschieden, je nach der Erzählung, die sie über sie tragen. Daran setzt jede therapeutische, spirituelle und philosophische Praxis zum Leid an.
Leid als Dissonanz im eigenen Feld
In der Sprache, die in diesem Buch entwickelt worden ist, lässt sich Leid noch genauer beschreiben. Leid ist Dissonanz im eigenen Schwingungsfeld. Es ist die Erfahrung, dass die verschiedenen Phasen, aus denen ein Mensch besteht, sein Körper, sein Bewusstsein, seine Beziehungen, sein Sinn, nicht mehr in der gleichen Welle stehen. Etwas in ihm spielt gegen etwas anderes in ihm. Der Körper will Ruhe, der Verstand verlangt Tätigkeit. Das Herz hängt an einem Menschen, der nicht mehr da ist; der Verstand sagt sich, er müsse weitermachen. Das Tagleben funktioniert; das Nachtleben fällt zusammen. Solche Spaltungen sind die Form, in der Leid sich konkret zeigt.
Im sechzehnten Kapitel werde ich vom Bösen als aktive Dissonanz im Feld sprechen — als der gezielten Auslöschung der Resonanz eines anderen Menschen. Leid ist mit dieser Beschreibung verwandt, aber es ist nicht dasselbe. Leid ist Dissonanz im eigenen Feld, und es ist nicht primär gewollt. Es passiert. Es ist, was geschieht, wenn die Lage größer ist als die Form, mit der ein Mensch ihr begegnen kann. Das macht Leid nicht moralisch böse. Aber es macht es strukturell ähnlich: in beiden Fällen geht eine Schwingung in einen Zustand, in dem sie nicht mehr trägt.
Daraus folgt etwas Wichtiges. Wenn Leid Dissonanz ist, dann ist sein Heilweg nicht primär das Beseitigen der äußeren Ursache, die in vielen Fällen gar nicht beseitigbar ist, sondern das Wieder-in-Phase-Bringen der inneren Stimmen. Es geht nicht darum, dass Nadine wiederkommt. Sie kommt nicht. Es geht darum, dass die Stimmen in mir, die ihren Tod tragen, nicht ewig gegeneinander schreien müssen, sondern lernen, gemeinsam zu schwingen. Leid hört nicht auf, weil die Lage sich ändert. Leid verwandelt sich, weil das Feld, in dem es lebt, sich neu organisiert.
Drei Formen, in denen Leid kommt
Leid hat nicht eine Gestalt. Es kommt in mindestens drei verschiedenen, die ich hier knapp unterscheide, weil die Verwandlungswege unterschiedlich sind.
Akutes Leid hat eine klar benannte Ursache. Eine schwere Krankheit. Ein Unfall. Eine Trennung. Der Tod eines geliebten Menschen. Akutes Leid ist scharf, oft unerträglich, manchmal überwältigend. Aber es hat einen Vorteil: es weiß, worum es leidet. Es kann die Energie dort konzentrieren, wo der Schmerz ist. Es ist deshalb in einem bestimmten Sinn einfacher zu tragen, nicht in Maß, aber in Struktur.
Chronisches Leid hat sich von seinem ursprünglichen Anlass abgelöst. Es ist eine Atmosphäre geworden. Eine Krankheit, die nicht mehr neu ist. Eine Beziehung, in der seit Jahren etwas nicht stimmt, ohne dass man wüsste, was. Eine berufliche Lage, die einen seit Jahrzehnten an einer Stelle hält, an der man nicht atmet. Chronisches Leid ist weniger spektakulär als akutes. Es schreit nicht. Es nagt. Und es ist, gerade darum, in seiner Hartnäckigkeit oft schwerer zu tragen, weil ihm die Klarheit fehlt, an der man sich abarbeiten könnte.
Kosmische Ohnmacht ist die dritte Form, und sie ist die leiseste. Sie hat keinen klaren Anlass. Sie ist das Leid eines Bewusstseins, das überhaupt da ist, in einer Welt, deren Größe es nicht verarbeiten kann, in einer Zeit, deren Geschwindigkeit es übersteigt, in einer Geschichte, deren Sinn es nicht herstellen kann. Sie überfällt Menschen manchmal in stillen Stunden, in denen alles eigentlich gut wäre, und das macht sie unheimlich, weil sie sich keiner äußeren Lage zurechnen lässt. Wer sie erlebt hat, weiß, dass sie etwas anderes ist als Depression im klinischen Sinn — auch wenn sie in Depression kippen kann. Sie ist die Form, in der die schiere Ungeheuerlichkeit dessen, dass es überhaupt etwas gibt, einen einzelnen Menschen für eine Weile umstößt.
Ich beschreibe diese dritte Form, ohne sie zu zitieren, weil sie zu jenen Erfahrungen gehört, die ich an mir selbst kenne, ohne sie hier in Detail ausbreiten zu wollen. Ich sage so viel: ich habe sie überlebt. Es gibt einen Weg aus ihr heraus, und der Weg geht nicht durch Beweise, dass das Universum eigentlich freundlich sei. Er geht durch eine kleine, beharrliche Wiederherstellung des Resonanzfeldes, einen Atemzug nach dem anderen, ein Mensch nach dem anderen, eine Aufgabe nach der anderen. Wer in der kosmischen Ohnmacht steckt, braucht keine Argumente. Er braucht einen Atem, der weiterhin atmet, neben ihm, ohne ihn zu drängen. Der Rest kommt dann.
Verwandlung — was Leid mit einem Menschen macht
Es gibt einen Unterschied, der mir wichtig ist und der zu den Schlussbewegungen dieses Buches gehört: zwischen Heilung und Verwandlung. Heilung würde sagen: zurück zu dem, was vor dem Leid war. Verwandlung sagt: das gibt es nicht mehr, die Frage lautet darum nicht „Wann werde ich wieder, wer ich war?", sondern „Was werde ich, indem ich das hier durchgehe?"
Leid macht zwei Dinge mit einem Menschen, oft gleichzeitig, manchmal in einer eigentümlichen Spannung zueinander. Es macht ihn dünner. Und es macht ihn weiter.
Dünner heißt: er verliert. Er verliert Energie, Schlaf, manchmal Selbstvertrauen. Er verliert Nähe zu Menschen, denen er nichts mehr zu geben hat. Er verliert Zugang zu Tätigkeiten, die ihm einmal Freude gemacht haben. Wer leidet, ist eine Weile lang weniger als er war. Das ist keine Schwäche, die man sich hätte sparen können. Das ist eine Tatsache, die im Sein selbst liegt: ein Feld, das zerrissen ist, hat weniger Träger.
Weiter heißt: er bekommt Zugang zu etwas, das er vorher nicht hatte. Er hört Töne, die andere überhören. Er erkennt, an einem Menschen am Tisch nebenan, dass auch der etwas trägt, was nicht zu sehen ist, weil er selbst etwas trägt, was nicht zu sehen ist. Er entwickelt ein Misstrauen gegen die einfachen Antworten, nicht aus Zynismus, sondern aus Erfahrung. Er entwickelt eine bestimmte Form von Mitgefühl, die eine, die nicht aus dem Lehrbuch kommt, sondern aus der eigenen Erfahrung von Brüchigkeit. Er wird, kurz gesagt, in einem bestimmten Sinn vollständiger — auch wenn er gleichzeitig dünner geworden ist.
Diese Doppelbewegung lässt sich nicht durch Wille beschleunigen. Sie geschieht oder geschieht nicht. Was man aber tun kann, ist sich in ihre Bewegung einlassen. Wer sich gegen sein Leid stemmt, mit der Forderung, es solle aufhören, hat es schwerer als wer es trägt, ohne es zu bewundern. Das ist nicht buddhistisches Beschönigen — Thich Nhat Hanh hat das nie behauptet. Das ist die einfache Beobachtung, dass ein Feld, das gegen sich selbst kämpft, nicht zur Resonanz zurückfindet, solange der Kampf läuft.
Mitgefühl, nicht Mitleid
Wer mit anderen Leidenden lebt, als Pflegender, als Begleitender, als Freund, als Eltern, als Mensch in einem Haushalt, in dem ein anderer leidet, kennt eine Unterscheidung, die in der buddhistischen Tradition mit den Worten Karuna und Anukampa gemacht wird, und die auch im westlichen Denken eine eigene Geschichte hat. Es ist die Unterscheidung zwischen Mitleid und Mitgefühl.
Mitleid ist Mit-Schmerz. Es ist die Reaktion, in der ich das Leid eines anderen Menschen als mein eigenes übernehme. Das hat einen menschlichen Wert — niemand soll mit Leid allein bleiben, aber es hat eine Grenze. Wer den Schmerz eines anderen wie seinen eigenen trägt, brennt aus. Er kann das nicht über lange Zeit. Er fällt selbst in das Feld der Dissonanz. Mitleid ist deshalb eine Form, die sich für kurze Strecken eignet, für die Solidarität eines Augenblicks, für die spontane Geste der Berührung, aber nicht für die dauerhafte Begleitung eines leidenden Menschen.
Mitgefühl ist anders. Es ist nicht Mit-Schmerz, sondern Mit-Resonanz. Es hört das Leid des anderen, es lässt sich von ihm berühren, es bleibt bei ihm, aber es übernimmt seinen Schmerz nicht. Es trägt ihn nicht statt des anderen, es trägt ihn neben dem anderen. Diese Unterscheidung klingt fein, aber sie ist in der Praxis der Pflege und der Begleitung der Unterschied zwischen einer Form, die hilft, und einer, die zerstört. Ein Mensch, der einem leidenden Menschen mit Mitgefühl begegnet, kann in zehn Jahren noch da sein. Ein Mensch, der ihm mit Mitleid begegnet, hat sich in einem Jahr selbst verbrannt.
Im Rahmen dieses Buches ist die Sache einfach zu beschreiben: Mitgefühl ist die Resonanz, in der zwei Felder einander schwingen lassen, ohne ineinander zu fallen. Es ist die Berührungsfläche statt Verschmelzung, von der das elfte Kapitel ausführlich handeln wird, hier schon einmal im Schmerzfeld eines anderen Menschen angewandt. Wer Mitgefühl übt, achtet auf seinen eigenen Atem, während er den Atem des anderen hält. Das ist nicht egoistisch. Ohne diesen eigenen Atem hört das Tragen des anderen irgendwann auf.
Die Praxis-Frage, die im fünfzehnten Kapitel ihren Ort bekommen wird — welcher Samen ist heute zu gießen?, gilt auch im Leidensfeld. Es gibt Tage, an denen ich neben einem leidenden Menschen sitze und merke, dass ich gerade selbst zu wenig habe, um ihn zu halten. An solchen Tagen darf ich gehen, kurz, mich sammeln, und wiederkommen. Das ist nicht Verrat, sondern Ehrlichkeit. Ein erschöpfter Helfer ist niemandem nützlich.
Die Spirale
Wer einmal richtig gelitten hat, weiß, dass die populären Trauerphasen-Schemata, Verleugnung, Wut, Verhandeln, Depression, Akzeptanz, die Sache nicht ganz treffen. Elisabeth Kübler-Ross, die diese Phasen ursprünglich für Sterbende und ihre Angehörigen formuliert hat, hat selbst später darauf hingewiesen, dass sie nicht linear durchlaufen werden, sondern dass sie eine Spirale bilden, in der ein Mensch immer wieder durch dieselben Stationen geht — jedes Mal an einer anderen Stelle, jedes Mal ein bisschen tiefer, jedes Mal ein bisschen anders integriert.
Diese Spirale ist die Form, in der sich Leid verwandelt. Es geht nicht weg, im Sinn einer vollständigen Auflösung. Es findet einen Ort. Eine alte Trauer kehrt über die Jahre immer wieder zurück, jedes Mal eine Spur leiser, jedes Mal eine Spur mehr Teil des Lebens als Erschütterung, die alles überlagert. Wie das im Konkreten aussieht, im neunzehnten Kapitel mehr; was hier zählt, ist nur die Form: Leid hört nicht auf, da zu sein. Es wird nur leiser, weil das Feld um es herum gewachsen ist.
Ich erlebe das mit Nadine. Was diese Trauer über vier Jahrzehnte aus mir gemacht hat und wie sie heute, leise und ohne aufzuhören, in mir wohnt, beschreibt das neunzehnte Kapitel an seiner eigenen Stelle. Hier reicht die Form: Verwandlung geschieht in jenen, die das Leid nicht ablehnen, aber auch nicht romantisieren. Sie geschieht in der Spirale, durch die ein Mensch geht, ohne zu zählen.
Was Leid kann, was sonst nichts kann
Ich will eine Aussage wagen, die schnell missverstanden werden kann, weshalb ich sie sorgfältig setze. Leid hat, wenn es überlebt wird, eine Wirkung, die sonst nichts hat. Es macht aus einem Menschen einen Menschen, der eine bestimmte Stelle in der Welt kennt, die andere nicht kennen. Die Stelle, an der die Welt brüchig ist. Die Stelle, an der nichts hilft. Die Stelle, an der Worte versagen.
Das macht Leid nicht gerechtfertigt. Es ist nicht so, dass das Universum uns Leid auferlegt, damit wir lernen. Diese Theodizee verkenne ich, sie ist nicht meine. Niemand bekommt sein Leid mit Sinn ausgehändigt; das Leid selbst hat keinen Sinn, es geschieht. Aber wenn es geschieht, und wenn es überlebt wird, hinterlässt es etwas, was man nicht hätte erwerben können, ohne durch es hindurchzugehen. Eine Vertrautheit mit dem Brüchigen. Eine Skepsis gegen die einfachen Antworten. Eine Solidarität mit anderen Leidenden, die der Nicht-Leidende nicht hat.
Wer dieses Etwas anerkennt, ohne es als Belohnung zu missdeuten, kann eine Haltung entwickeln, die ich für die ehrlichste halte, die einem Menschen vor seinem eigenen Leid offensteht. Sie heißt nicht Akzeptanz, ein viel zu gebrauchtes Wort, das einen Friedensschluss nahelegt, den es nicht gibt. Sie heißt eher Anerkennung. Anerkennung dessen, was war, was ist, was bleibt. Eine Anerkennung, die nicht bewertet, nicht rechtfertigt, nicht beschönigt, die einfach sagt: Das gehört zu mir. Und die in dieser Anerkennung das, was ihr gehört, in das Lebendige zurückkehrt.
Derselbe Regen
Damit kehre ich zum Bild zurück, mit dem dieses Kapitel begonnen hat. Der Regen, der mich als Kind getragen hat, und der Regen, der über meiner Schwester gefallen ist, sind derselbe Regen. Das melancholische Gefängnis, das ich oben benannt habe, ist nicht eine kindliche Verzerrung, die ich mit der Zeit ablegen sollte, sondern die genaueste Beschreibung der Welt, die ich kenne. Die Welt, in der wir leben, ist nicht entweder tröstend oder trauernd. Sie ist beides zugleich, und sie ist nicht zwischen den beiden Polen wählbar. Eine Welt, die nur tröstet, könnte uns nicht töten, also auch nicht halten. Eine Welt, die nur trauert, könnte uns nicht atmen lassen, also gar nicht erst tragen. Die Welt, in der wir tatsächlich leben, ist die, in der derselbe Regen rettet und begräbt, in der derselbe Atem hält und vergeht, in der derselbe Mensch lacht und weint, manchmal innerhalb derselben Stunde. Sie ist ein Gefängnis insofern, als wir aus ihr nicht hinauskönnen. Sie ist melancholisch insofern, als sie das Verlorene mitträgt, ohne es zurückzugeben. Aber sie ist bewohnbar, und das, soweit ich sehen kann, ist alles, was uns zusteht.
Die Schwingungslehre dieses Buches versucht nichts anderes, als diese Geometrie nicht zu kürzen. Sie versucht, beide Wirkungen des Regens an derselben Stelle stehen zu lassen. Sie versucht, eine Welt zu denken, in der das Schmerzliche und das Tröstliche aus derselben Bewegung kommen, und in der die Verwandlung des Leids nicht in seiner Auflösung besteht, sondern in der zunehmenden Fähigkeit eines Menschen, diese Doppelheit zu tragen, ohne von ihr zerlegt zu werden.
Das ist anstrengend. Es ist nicht trivial. Es gibt Tage, an denen es mir nicht gelingt, an denen ich den Regen nur als Friedhofs-Regen sehe und nicht als Atem-Regen, oder umgekehrt nur als Atem-Regen und nicht als Friedhofs-Regen. An solchen Tagen ist meine Resonanz schmal. Ich nehme sie zur Kenntnis, ich übe nicht zu kämpfen, und ich warte, bis das Feld sich wieder weitet. Es weitet sich. Es weitet sich immer wieder. Das ist die Erfahrung, die mir bisher das Leben gemacht hat. Auf sie verlasse ich mich, ohne dass ich sie beweisen könnte.